ZUM INHALT – SYNOPSIS

Vom Versuch die Geschichte meiner Familie zu verstehen. Gewidmet einer Generation von Frauen die ausufernden Nationalismus, Rassismus und die Folgen von Krieg und Vertreibung bewältigen mussten.

Am frühen Morgen: Anruf aus dem Pflegeheim: „Ihre Mutter ist heute Nacht verstorben.“ Als letzter noch lebender Angehörige der Familie machte ich mich auf den Weg. 

Vor einigen Monaten musste ich meine Mutter auf dringenden ärztlichen Rat und gegen ihren Widerstand in ein Pflegeheim der Stadt bringen. 60 Jahre wohnte sie in der kleinen Sozialwohnung im Plattenbau gebaut nach dem 2. Weltkrieg für Flüchtlinge und Heimatvertriebene. Ihre Rente betrug knapp 700 €. Sie hat ihr Arbeitsleben als Akkordarbeiterin in einer Spielzeugfabrik verbracht.

Die Hoffnung meiner Mutter auf Rückkehr in die eigene Wohnung hatte sich nun endgültig zerschlagen. Ihre Wohnung mußte geräumt werden. Mein Plan war dies langsam zu tun. Zu viele Erinnerungen tauchten auf. Ein Abschied. Da waren die Dinge, zu denen ich einen seltsam nahen Bezug hatte: Die frivole Katze  Ein alter Krug – mit dem ich als Kind einmal in der Woche für Großmutter Bier holen musste. Und die Dinge, über die meine Mutter Botschaften sandte: Ihr Tagebuch – Am Beginn des Tagebuchs steht: „Mein ganzes Leben während der Verheiratung war ein ewiges Hin- und Her, vewirrend und aufregend. Mit dem Verlust der Heimat begann es. Ich hätte nicht heiraten sollen, es war mein größter Fehler…“

Da gab es zwei Koffer mit Dokumenten aus längst vergangenen Zeiten. Fotoalben mit Bildern die viel erzählen können. Doch wie lassen sich die Geschichten hinter den Dokumenten und Fotos entschlüsseln? Welch ein Glück! Das handgeschriebene Kochbuch von Großmutter. Geheimrezepte der böhmischen Kochkunst. 

Ich erinnerte mich an ein langes Gespräch mit meiner Mutter am Küchentisch. Ich hatte es während meines weihnachtlichen Besuchs vor 12 Jahren spontan mit einer kleinen Kamera aufgezeichnet. War mir damals bewusst, wie schwierig es bald sein würde, authentische Zeitzeugenberichte zu bekommen? Ich – der wie besessen begreifen wollte: wie diese verletzende Lieblosigkeit, diese Selbstbezogenheit, diese Ängste, Leere und Abgestumpftheit, diese Rücksichtslosigkeit, dieses Schweigen und die erschauernde, unheimliche Gefühlskälte meiner Eltern möglich werden konnte? Diese Frage beschäftigt mich ein ganzes Leben. Die Arbeit an diesem Film hilft mir mich besser zu verstehen.

Mit den gefundenen Dokumenten, Fotos und den alten Videos mache ich mich auf eine Reise in meine Familiengeschichte. 

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